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Seekrank?
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Seekrank ?

Erfahrungen vom Skipper Uwe!

........Für Leute, die nicht gerne viel lesen,

sei hier gesagt, das mit Abstand beste Mittel gegen seekrankheit, was ich kenne, und wo ich das Resultat selber beobachten konnte, ist Flunarizin. (Handelsname Sibeliun.) Ein Mittel für die Durchblutung des Innenohrs.
Das Medikament ist eine Weiterentwicklung von Cinnarizin (Stutgeron) und wurde von der englischen Kriegsmarine in der Nordsee getestet.

Leider ist es nur über einen Arzt mittels Verschreibung zu erhalten und drei Tage vor Reisebeginn einzunehmen. Dennoch der heiße Tipp.

.......Seekrankheit

...trifft nicht alle Menschen, aber wenn es einen erwischt !?

Ich versuche einmal - und möchte damit nicht einen Arzt ersetzen - in einfacher Art zu erklären, was "seekrank sein" bedeutet.

Bei meinen jahrelangen Seereisen konnte ich wiederholt beobachten, dass Leute, die wenig Schlaf, einen Abend zuvor Alkohol getrunken hatten oder einfach in einem physisch schlechten Zustand waren, seekrank wurden.

Grund dafür ist einfach die Durchblutung des Körpers bzw., wie in unserem Fall, des Innenohrs. Denn das Innenohr ist für das Gleichgewicht zuständig, um sozusagen nicht vom Hocker zu fallen. Es arbeitet ähnlich wie eine Wasserwaage und weiß immer genau, wo der Horizont ist und gilt für das Gehirn als Sensor - wie auch die Füße und die Augen.

Nun stelle man sich vor, wie eine Wasserwaage auf dem Schiff, was schaukelt, sich verhalten würde. Und genau jetzt sind wir an der Stelle, wo es interessant wird.

Das Gehirn bekommt von seinen Sensoren Information: die Füße melden, der Boden ist schräg, die Augen melden, der Horizont ist gerade, das Innenohr meldet: weder das eine noch das andere ist richtig, es entsteht ein gar völliges Durcheinander und die Nerven spielen verrückt.

Das Innenohr ist solch akrobatische Hochleistungen nicht gewohnt, weil zu 90% unseres Lebens eine solche Aktivität nicht gefordert wird. Die Sensibilität unserer Innenohren ist sozusagen auf ein "normal" eingestellt und muss jetzt höchste Leistung erbringen.

Wir können auch sagen, es gibt eine Überreizung der Nerven des Gleichgewichtszentrums und diese Nerven liegen neben dem Nerv für Gähnen (Anfang der Müdigkeit) und dem des Magens (Übelkeit).

Seekrankheit ist genau in dieser Reihenfolge zu erkennen. Als erstes setzt ein Gähnen ein, obwohl man evtl. ausgeschlafen hat, sozusagen grundlos und dann einige Zeit später erst die Übelkeit. Also aufgepasst bei grundlosem Gähnen ist man schon seekrank.

Abhilfe schafft man, indem man die Sensoren, die Füße, von dem Boden nimmt. Oder noch besser: man legt sich hin, weil dann nicht nur die Füße, sondern auch die Augen als Sensor ausgeschaltet sind.

Nun sind wir Menschen alle unterschiedlich, bei dem einen reicht es aus, den Horizont genau im Auge zu behalten, bei dem anderen reicht es schon, sich abzulenken oder nur, "sich den Bauch voll zu schlagen", um keine Übelkeit zu spüren. Andere trifft es härter, sie haben nur die Möglichkeit, sich hinzulegen.

In allen Fällen stellt Seekrankheit eine Belastung dar und macht eine Seereise fast unmöglich - ich spreche da aus eigener Erfahrung, ich konnte nicht einmal Seekartenarbeit erledigen, geschweige denn nach unten ins Schiff gehen.

Ich nahm seiner Zeit alle Tabletten, die ich greifen konnte, was über Beschwerden von Sehschwierigkeiten über Hörprobleme bis hin zu Trance- Zuständen wechselte. Bis ich mich mit der Seekrankheit beschäftigte und dann auf die (Stutgeron) heute das daraus entwickelte Flunarizin Tabletten stieß.

Für mich ging damals die Sonne auf, wenn ich das einmal so sagen darf, keinerlei Nebenwirkungen und nur eine Tablette am Tag, allerdings bedarf es einer Einnahme drei Tage vor Reisebeginn.

An dieser Stelle herzlichen Dank anWalter Dmoch (Arzt für Psychotherapeutische Medizin) mit seinem Gaffelkutter Soestjernen ( zu deutsch Seestern) für diese Information über das Medikament.

Lieber Uwe,
mit dem Cinnarizin/Stutgeron ist das so eine Sache. Es wirkt wie Du ja erlebt
hast, hervorragend gegen 'motion sickness', macht aber etwas müde. Noch besser
aber ist das daraus entwickelte Flunarizin (Sibelium), das von der Royal Navy im
Doppelblind-Crossover-Versuch an Seekadetten der engl. Marine unter rauhen
Bedingungen während einer Regatta vor der Westküste Englands getestet wurde.
Nach wenigen Stunden bei Wetter und Seegang war die Verblindung dahin, wie jeder
sehen konnte... Placebo wurde zum K... gefunden.
Mit herzlichem Gruß
Walter Dmoch

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